Kampf-oder-Flucht-Reaktion, Stress, Panik, Alles Anni, Zeitmanagement
Geist

Die Kampf-oder-Flucht-Reaktion: Segen und Fluch in der modernen Welt

Die Kampf-oder-Flucht-Reaktion ist ein Tausende Jahre altes Erbe. Damals wie heute sichert sie unser Überleben in Gefahrensituationen, indem der Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet wird. Eine ganze Reihe an Botenstoffen, an dessen Ende das Adrenalin steht, sorgt binnen Sekunden dafür, dass der Körper in höchste Alarmbereitschaft versetzt wird. Nicht überlebenswichtige Funktionen, wie die Verdauung, Hunger oder Müdigkeit, werden währenddessen ausgeschaltet. Nachdem der Kampf gewonnen oder die Flucht gelungen ist, schaltet der Körper zurück in den Normalzustand, die Verdauung setzt wieder ein und die Müdigkeit meldet sich zurück, damit der Mensch für die notwendige Erholung sorgt.

Damals bestand die Gefahr beispielsweise in dem Angriff eines Säbelzahntigers.
Heute sorgt sie dafür, dass du blitzschnell reagierst, wenn du dein Kleinkind mit einem scharfen Messer in der Hand siehst oder dass du auf die Bremse trittst, wenn dir jemand vor das Auto läuft.

Allerdings gibt es auch andere Situationen, die uns in den Kampf-oder-Flucht-Modus versetzen, ohne dass unser Überleben gesichert werden müsste.

Hattest du an einem Tag schon einmal so viel vor, dass du direkt wieder ins Bett gegangen bist oder es am liebsten getan hättest? Dann kennst du die Kampf-oder-Flucht-Reaktion!
Was mich in diesen Modus versetzt ist Multitasking, ein unstrukturierter Tag und zu viele Termine. Wenn ich in den Tag starte ohne zu wissen, was ich heute erledigen muss und möchte und wann ich was am besten mache, geht mein Tag nach hinten los. Dann stehen die Termine plötzlich vor der Tür und der Stress geht los: Ich habe weder gefrühstückt noch geduscht, ich muss meinen Sohn noch fertig machen und ich wollte doch noch etwas vorbereiten. Chaos und Unpünktlichkeit sind vorprogrammiert!

Das Problem an diesen Situationen: Wenn dich etwas unvobereitet trifft, stellt dein Körper um in den Kampf-oder-Flucht-Modus. Da aber keine Gefahr zu erwarten ist und der Stress möglicherweise den ganzen Tag anhält, kommt dein Körper aus diesem Modus nicht mehr heraus und der Normalzustand kann nicht wiederhergestellt werden.
Das bedeutet auch, dass deine Verdauung nicht vernünftig arbeitet und dass du nicht (ein-)schlafen kannst, weil diese Funktionen nicht überlebenswichtig sind und solange zurückgestellt werden, bis dein Körper nicht mehr mit Kampf oder Flucht reagieren möchte.

Wie fühlt es sich an, wenn der Körper in Alarmbereitschaft ist?
Wahrscheinlich sind die Auswirkungen für jeden ein wenig anders.
Ich habe dann Tausend Dinge gleichzeitig im Kopf und möchte mich am liebsten mehrfach teilen (was mich noch mehr stresst). Ich atme ganz flach, sodass mein Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, fange an zu schwitzen und vergesse die Hälfte.

Beobachte dich einmal in den kommenden Tagen: Was stresst dich und löst diese Reaktion aus? Wie geht es dir dabei und wie gehst du damit um?
Auslöser können sein: Planlosigkeit im Alltag, Angst vor bestimmten Situationen wie z. B. Konflikte mit Vorgesetzten oder anderen Mitmenschen, ungeliebte Aufgaben im Job oder Haushalt, Druck, den andere auf dich ausüben.

Lass gern einen Kommentar hier und erzähle von deinen Stressauslösern!

Wie man die Kampf-oder-Flucht-Reaktion beendet und wie man den diesen schlafenden Hund gar nicht erst weckt, erfahrt ihr nächste Woche im nächsten Post!

Liebe Grüße und viel Glück und Zufriedenheit ☘

Deine Anni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.