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Werde langsamer um mehr zu erreichen

Für Sarah und ihren Blog „A Simple and Contented Life“ habe ich einen Gastbeitrag verfasst. Die deutsche Übersetzung lest ihr hier.

Möchtest du schon beim bloßen Anblick deiner To-Do-Liste direkt wieder ins Bett gehen?

Vielleicht ist es Zeit, langsamer zu werden!

Ich habe versucht, immer alles zu schaffen, am besten ganz allein, bis nichts mehr ging. Ich habe den Haushalt gemacht und fühlte mich gefangen in einem Hamsterrad. Dabei ist der Haushalt nicht einmal groß! Ich konnte die Zeit, die ich mit unserem Sohn oder mit Nichtstun verbrachte, nicht genießen, weil immer die nächste Aufgabe wartete. Ich war ständig erschöpft und die Wohnung war nie richtig in Ordnung. Obwohl ich den ganzen Tag alles gemacht habe, war meine To-Do-Liste am Ende des Tages nicht kürzer. Ich dachte die einzige Lösung könne es sein, noch mehr zu machen.

Wie falsch ich lag.

Eines Tages habe ich mich hingesetzt und mir selbst reinen Wein eingeschenkt. Meine Strategie ging nicht auf und brachte mich nicht ans Ziel. Ich wollte ein sauberes, willkommen heißendes Zuhause, in dem jeder, der eintritt, sich sofort wohlfühlt und entspannen kann. Aber das Gegenteil war der Fall.

Ich rannte den ganzen Tag herum, müde und genervt von den Aufgaben, die erledigt werden musste und die ich nicht mochte und die nie zu enden schienen. Wann immer ich eine Aufgabe anfing, fühlte es sich an, als wartete sie schon wieder an der nächsten Ecke.

Das musste sich ändern. Ich musste mich ändern.

Als erstes habe ich aufgehört mich schlecht zu fühlen und mir selbst vergeben. Nach den Schuldgefühlen habe ich Dinge gehen lassen. All die Kleidung, die ich nicht trug, all die Dinge, die ich nie benutzte und all die Deko, die Platz wegnahm ohne mir wenigstens im Austausch Freude zu bereiten.

Nun war es Zeit, die Strategie zu ändern…

Ich liebe es, Dinge anzufangen, aber ich bleibe ungern bei einer Sache und bringe sie deshalb auch selten zu Ende. Also habe ich den ganzen Tag irgendwelche Aufgaben angefangen, aber keine beendet. Mehr Chaos war vorprogrammiert.
Als ich jetzt eine Sache anfing und diese mit voller Aufmerksamkeit zu Ende brachte, wurde es besser.

Anfangs fühlte ich dabei eine starke innere Unruhe. Wenn ich bügelte, wollte ich die Katzen füttern, den Müll rausbringen und was nicht alles. Aber ich blieb am Bügelbrett stehen – es juckte mir in den Fingern, etwas anderes zu machen – bügelte und faltete alle Kleidungsstücke. Danach legte ich alles an seinen Platz. Oh Mann, das war hart! (Hätte ich zu dieser Zeit gewusst, dass ein ungelöster Glaubenssatz dahinter steckt, hätte ich mich nicht so quälen müssen). Das Wohnzimmer war nun von der Wäsche befreit und sah besser aus, und das mit dem Erledigen von nur einer Aufgabe. Multitasking und Hast bringen dich nicht ans Ziel, die Ruhe macht es.

Werde langsamer

Wenn du dich das nächste Mal überfordert fühlst und direkt wieder ins Bett gehen möchtest, nur weil du deine To-Do-Liste siehst, HALTE INNE. Setz dich und atme. Einatmen. Ausatmen. Wiederholen.
Wie kannst du langsamer werden und was bringt es dir?

Entscheide dich für Single-Tasking für einen ruhigeren Geist…

Wenn du langsamer werden möchtest, denk an eine Aufgabe, die heute erledigt werden muss. Am besten wählst du eine, die den größten Effekt auf dein Zuhause hat. Meine Favoriten sind Wischen (ignoriere die staubigen Oberflächen und das Bad), eine Waschmaschine anstellen oder auch einfach das Bettenmachen. Konzentriere dich auf die eine Aufgabe und störe deine Gedanken mit nichts Anderem.

Wenn du an 10 To-Dos gleichzeitig denkst und an 5 davon gleichzeitig arbeitest, bekommst du gedanklichen Stress und dieser wird sich auf deinen Körper übertragen. Durch das Langsamer werden und Konzentrieren auf EINE Sache, kannst du klar denken und deine gute Herzfrequenz behalten.

Fokus für weniger Fehler…

Das gehört zum Single-Tasking dazu. Wenn du wie verrückt durch deine Wohnung rennst und fünf Dinge gleichzeitig machst, wirst du vergessen, was du eigentlich gerade machen wolltest, die Tasse fallen lassen und dir deinen Zeh am Bettpfosten stoßen. Lenke all deine Aufmerksamkeit auf eine Sache. Nimm dir Zeit, diese Aufgabe zu erledigen. So wird die Qualität deiner Arbeit sich verbessern. Außerdem werden Fehler und Missgeschicke sich in Grenzen halten, was wiederum Arbeit spart.

Plane um Müdigkeit zu vermeiden…

Wenn du an Entscheidungsmüdigkeit leidest, kannst du deine Aufgaben einen Tag oder sogar eine Woche im Voraus planen. Denke an alle Aufgaben, die täglich und wöchentlich anfallen und schreibe sie auf. Jetzt überdenkst du alle Aufgaben. Ist jede einzelne wirklich notwenig? Wenn nicht, streiche sie!

Die Planung der Woche und eines Tages ist sehr individuell und funktioniert für jeden anders.

Dies ist ein Vorschlag: Priorisiere deine zuvor geschriebene Liste. Die Aufgaben mit der größten Auswirkung auf dein Zuhause sind zuerst dran, gefolgt vom Rest. Stelle sicher, dass du jeden Tag nur mit den wirklich notwendigen täglichen Aufgaben füllst, danach fügst du die wöchentlichen Aufgaben hinzu; idealerweise nicht mehr als eine Wochenaufgabe pro Tag.

Durch Planung leerst du deinen Kopf und vergisst keine Aufgaben. Dinge werden immer besser erledigt, wenn man sie vorbereitet angeht. Wenn du schon mal ein Geschenk um fünf vor zwölf gekauft hast, weißt du, wovon ich spreche!

Durch das Verlangsamen wirst du letzten Endes mehr schaffen und deine Arbeit in besserer Qualität ausführen. Außerdem wirst du deine Klarheit behalten und freundlicher und entspannter reagieren können.
Setz dich hin, trink deine Tasse Tee und dann erledige die eine Aufgabe.

Den originalen Beitrag kannst du hier auf Englisch lesen:
https://asimpleandcontentedlife.com/slowing-down-to-accomplish-more/

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